Wir haben uns sehr gefreut eine so große Anzahl an interessierten Zuhörern zu unserem Vortrag über Wasserwirbelkraftwerke und die Chancen, die sich daraus für Allgäuer Gemeinden ergeben, begrüßen zu dürfen.
Bilder zur Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie. Den Bericht aus der Allgäuer Zeitung (Download) vom 23. November möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten:
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Dorner: Wasserwirbelkraftwerke als Alternative zur Windkraft
Neue Technik Die Freien Wähler Oberstaufen liefern einen Denkanstoß zur Energiewende
Das Thema Windkraft wurde im Oberallgäu „mit offenen Armen empfangen“, kommentiert Rudi Dorner, Vorsitzender der Freien Wähler Oberstaufen, ironisch. Deswegen sei es an der Zeit, Alternativen zu suchen. Er habe eine gefunden: Wasserwirbelkraftwerke. Doch bevor konkrete Pläne entworfen werden, gehe er einen anderen Weg: „Wir schauen erst, ob Interesse besteht.“ So haben die Freien Wähler die Schweizer Entwickler der Wasserwirbelkraftwerke als Referenten ins Kurhaus Oberstaufen geladen. Mehr als 100 Anwesende verfolgten die Diskussion. Und – auchwenn noch keine Entwürfe vorhanden sind – ein Wasserwirbelkraftwerk an der Weißach könne sich Dorner durchaus irgendwann einmal vorstellen.
„Das ist eine Technik, die keine Ressourcen braucht und der Natur hilft“, kündigt Rudi Dorner an. Tatsächlich sollen laut Alexander Engler von der „Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz“ (GWWK) Fische unbeschadet durch das Kraftwerk kommen, und im Wirbel entstehe ein idealer Lebensraum für Mikroorganismen.
Für Staufens Bürgermeister Walter Grath sieht das Projekt auf den ersten Blick interessant aus. Aber ihm fehlen noch Informationen. „Wir sind im Allgäu. Da heißt es immer: Was kostet so eine Anlage und was bringt’s?“ Engler macht diese Angaben von einer Vorstudie abhängig. Denn jedes Projekt sei anders. Die Genossenschaft müsse erst die Gegebenheiten vor Ort in Augenschein nehmen. Standardmäßig koste eine solche Studie inklusive Prüfung ökologischer und ökonomischer Faktoren bis hin zur Rentabilität rund 5000 Euro.
Karl-Heinz Gorbach, kaufmännischer Leiter der Weißachtal-Kraftwerke, interessiert vor allem die hohe Leistung. Wenn er nachrechne, laufe die Anlage fast das ganze Jahr über auf vollen Touren. Das mache laut Engler die einfache Technik möglich. Sie arbeite ohne Rechen, der gereinigt werden muss, und ohne Wasserdruck. Alleine der Wirbel bringe die Energie.
Die Krux: Bislang habe der Wirbel noch zu viele Variablen. Er lässt sich Engler zufolge nicht berechnen. Auch das perfekte Verhältnis zwischen Durchmesser des Werks und des Durchflussloches sei noch nicht gefunden. So konnten die Ingenieure
bislang keinen Rotor samt Generator entwickeln, der die Wasserkraft optimal in Strom umwandeln kann.
Für Rudi Dorner sind Wasserwirbelkraftwerke jedoch ein Anfang. Schließlich sei auch undenkbar gewesen, dass man ein Telefon einmal in die Hosentasche stecken könnte. Falls sich ein Idealist finde, der die Technik umsetzen will, habe Dorner ein offenes Ohr. Seine Aufgabe sei, das Thema zu transportie-
ren. (beb)