Gemeinderäte im Gespräch – Stefan Schädler

Mehr als zwei Jahre sind seit der letzten Kommunalwahl in Oberstaufen vergangen und viele neue Marktgemeinderäte sind in den Gemeinderat eingezogen, um sich den Aufgaben ihrer Heimatgemeinde zu widmen. Für die Freien Wähler ist es Zeit ein erstes Fazit zu ziehen und die einzelnen Kommunalpolitiker zu fragen, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, welche Erfolge zu verzeichnen sind und wie es weitergehen wird.

Stefan Schädler ist bereits „ein alter Hase“ – seit 2001 ist er bereits Mitglied im Gemeinderat.

Frage: Mehr als 2 Jahre sind seit der letzten Kommunalwahl vergangen – Zeit für ein erstes Fazit?

Stefan Schädler: Nach einer Einarbeitungszeit der „neuen“ Gemeinderäte und unseres Bürgermeisters Martin Beckel spürt man eine positive Einstellung zur “Weiter“-Entwicklung  Oberstaufens (kein Stillstand), ein Voranbringen unseres „starken“ Tourismus  für den gesamten Ort und ein verstärkter Augenmerk auf seine Ortsteile Thalkirchdorf, Steibis und Aach. Es ist immer noch „schön“ und interessant ein Teil dieses Gremiums zu sein, es darf jeder seine Meinung äußern, ohne Angst vor Gelächter, bösen Blicken und Fraktionszwang. Unser Bürgermeister nimmt sich die Zeit zur Diskussion und lässt den Gemeinderat auch gerne mal kontrovers diskutieren ….

Frage: Welche Themen, die Dir während des Wahlkampfes wichtig waren, konnten bereits umgesetzt werden?

Stefan Schädler: Flächenverbrauch, Wohnraum und Kauf bzw. Verkauf landwirtschaftlicher Fläche sind fast bei jeder Sitzung ein Thema. Mit jeder Erweiterung, mit jedem Baugebiet geht wertvolle landwirtschaftliche Fläche unwiderruflich verloren. Bei der letzten Vergabe von Bauplätzen in Pfalzen war erstmals auch die Überlassung des Baugrundstückes per Erbbaurecht eine Option. Der Anfang ist gemacht, ein Grundstück wird per Erbpacht überlassen (hier bleibt der Markt Oberstaufen Eigentümer des Baugrundstückes).
Ebenso wurde die finanzielle Unterstützung von „Schaffung bzw. Umbau von Wohnraum in Altgebäuden“ angeregt und bereits Mittel im Haushalt eingestellt. Auch hier ist der Anfang gemacht, die finanziellen Mittel „erheblich“ aufzustocken wird uns die nächsten Jahre weiter fordern.

Frage: Welche besonderen Herausforderungen kommen in den nächsten Jahren noch auf Dich und die anderen Gemeinderäte zu?

Stefan Schädler: Es stehen viele wichtige Entscheidungen für Oberstaufen und auch seine Bewohner an, wie z.B.:

  • Was wird aus unserer Schloßbergklinik, soll sich die Gemeinde dort einbringen (Kauf, Eigennutzung, Hotel, Saal für Einheimische, …)?
  • Was wird aus unserem Kurhaus mit Gastronomie (Totalrenovierung, Abriss, Verkauf, …)?
  • Was wird aus dem Thaler Festsaal samt Freibad (Gesamtkonzept, Aussiedlung  Freibad, ….)?
  • Was passiert mit den Thaler Skiliften (Verkauf an Dritte, Einbringung in die Hündlebahn, Stilllegung, …)?
  • Wie lässt sich eine „starke“ OTM unter neuer Führung neben der Gemeindehierarchie installieren?
  • Oberstaufen-PLUS als Mutter aller Kartensysteme in Tourismusdestinationen zu behalten und durch Innovationen bezahlbar weiter in die Zukunft zu führen

Frage: Was ist das schwierigste an der kommunalen Arbeit?

Stefan Schädler: Das schwierigste an der kommunalen Arbeit ist, neben der Zeit, die man dafür aufwenden „darf“ an Informationen, an Meinungen, an Befindlichkeiten und Bedürfnisse zu kommen, die die eigene Einschätzung und Entscheidung auf ein breites Wissen stützen lässt.

Frage: Willst Du sonst noch etwas loswerden?

Stefan Schädler: Klar gibt’s in vielen Bereichen Luft nach oben, aber man sollte sich erst mal ordentlich informieren bevor man den einen oder anderen Sachverhalt wiedergibt. Jeder hat die Chance zur Meinungsbildung, Gemeinderatssitzung, FW-Stammtische oder das persönliche Gespräch mit Bürgermeister und Gemeinderatsmitglied.