Gemeinderäte im Gespräch – Hans-Jörg Lingg

Mehr als zwei Jahre sind seit der letzten Kommunalwahl in Oberstaufen vergangen und viele neue Marktgemeinderäte sind in den Gemeinderat eingezogen, um sich den Aufgaben ihrer Heimatgemeinde zu widmen. Für die Freien Wähler ist es Zeit ein erstes Fazit zu ziehen und die einzelnen Kommunalpolitiker zu fragen, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, welche Erfolge zu verzeichnen sind und wie es weitergehen wird.

Hans-Jörg Lingg ist bereits seit fast 15 Jahren im Staufner Gemeinderat und kann bereits auf viel Erfahrung zurückblicken. Trotzdem ist auch für ihn jede Periode wieder eine neue Herausforderung.

Frage: Mehr als 2 Jahre sind seit der letzten Kommunalwahl vergangen – Zeit für ein erstes Fazit?

Hans-Jörg:  Nach einem sehr großen Wechsel im Gemeinderat (Bürgermeister, 13 neue Gemeinderäte, nur 7 „alte“ Gemeinderäte) war es eine große Herausforderung und Aufgabe, einen Stillstand in der Weiterentwicklung Staufens und der Entscheidungsfindung im Gemeinderat zu vermeiden. Die „Neuen“ haben sich aber alle sehr schnell und sehr gut eingearbeitet. Auch die Zusammenarbeit unter allen Fraktionen funktioniert gewohnt gut.

Für Bürgermeister Martin Beckel ist es die große Aufgabe, nach 30 Jahren Walter Grath, die Erfolgsgeschichte Oberstaufen weiter zu führen und trotzdem Weichen neu zu stellen. Inzwischen spürt man deutlich seinen eigenen Stil.

Welche Themen, die Dir während des Wahlkampfes wichtig waren, konnten bereits umgesetzt werden?

Hans-Jörg: Als Hotelier und Gastgeber liegt mir besonders der Tourismus am Herzen, welcher weiterhin stark ist – die Übernachtungs- und Gästezahlen entwickeln sich konstant positiv. Mit Oberstaufen Plus und Plus Golf haben wir auch im zehnten Jahr seit Einführung ein Erfolgsmodell.

Wohnraumbeschaffung: Das SWW baut bezahlbare Wohnungen unter anderem auch für Mitarbeiter im Hotel und Gastgewerbe.

Die gemeindlichen Schulden konnten immens getilgt werden. Somit haben wir Spielraum für kommende Investitionen geschaffen.

Welche besonderen Herausforderungen kommen in den nächsten Jahren noch auf Dich und die anderen Gemeinderäte zu?

Hans-Jörg: Größere Investitionen stehen an und müssen umgesetzt werden, damit der hohe Standard Oberstaufens – insbesondere in Sachen Tourismus und allem was damit verbunden ist –  gehalten werden kann – hier gehört auch die Neubesetzung der OTM-Geschäftsführung mit erweitertem und neuem Handlungsfeld dazu. Auch das Thema Schloßbergklinik wird uns noch längere Zeit beschäftigen. 

Was ist das schwierigste an der kommunalen Arbeit?

Hans-Jörg: Da wir beruflich sehr stark eingespannt sind, ist es oftmals schwierig, sich mit den anstehenden Themen im Vorfeld ausreichend auseinander zu setzen. Da braucht es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Eine Verwaltung die mitdenkt und gute Vorarbeit leistet. Manchmal kann man leider nicht jedem gerecht werden…

Was willst Du sonst noch loswerden?

Hans-Jörg: Es wäre schön, wenn sich die Staufner mehr für die Kommunalpolitik interessieren würden, nicht nur kritisieren, sondern auch mal positive Äußerungen loswerden. UND: Bei den Gemeinderatssitzungen sind die Besucherplätze leider nur sehr spärlich besetzt.

Die Fraktion der Freien Wähler arbeitet sehr gut zusammen. Wir treffen uns regelmäßig vor den Sitzungen und informieren uns gegenseitig über die Ausschüsse. Mit Tobias Grath haben wir einen äußerst engagierten Vorstand, der die FW zusammenhält und voran bringt. So veranstalten wir z.B. Stammtische in den Ortsteilen, um zu informieren und zuzuhören.